Die Auswahl

Dystopie, Klappe die Erste



Autor: Ally Condie
Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: Fischer
453 Seiten
ISBN: 978-3-596-18835-2

Klappentext:
Das System sagt, wen du lieben sollst – aber was sagst dein Herz?
Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich bestimmt wird.
Was würdest du tun? Für die wahre Liebe dein Leben riskieren?

 

Meine Meinung:
Da dystopische Romane zurzeit voll mein Ding sind und ich von der Reihe nur Gutes gehört habe, wollte ich mich auch einmal überzeugen, um mitreden zu können.
 Das Buch setzt mit Cassias 17. Geburtstag ein, der gleichzeitig auch der wichtigste Tag in ihrem Leben ist. Denn heute wird sie erfahren, wen die Paarungsbehörden als ihren zukünftigen Ehemann und den Vater ihrer Kinder ausgewählt hat. Es ist kein Geringerer, als Xander, ihr bester Freund.
Doch der Mikrochip, auf dem alle wichtigen Daten über Xander für Cassia aufbereitet sein sollen, scheint defekt zu sein. Denn er zeigt nicht nur Xanders Foto, sondern auch das eines anderen Jungen: Ky Markham.
Obwohl Cassia mit Xander gepaart wurde, kommt sie Ky näher – und verstößt damit gegen die Regeln des Systems.
Zunächst muss ich sagen, dass der Schreibstil von Frau Condie flüssig und angenehm zu lesen ist. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte schleppend ist, oder – wie es bei dystopischen Erzählungen schnell passieren kann – aufgetragen wirkt.
Alle Vorgänge, Hierarchien und Alltagsmerkmale, die von unserer normalen Situation ziemlich abweichen, sind so fließend und leicht mit in den Text gebracht, dass alles verständlich und logisch ist.
Eine weitere Sache, die mich begeistert hat, war, dass jedes kleinste Detail, das irgendwo in der Erzählung genannt wird, später noch von Bedeutung ist und der Handlung irgendwie weiterhilft.
Anfangs habe ich mich für Cassia gefreut, dass sie mit ihrem besten Freund gepaart wurde, schließlich macht das alles für sie einfacher. Als sich die Sache mit Ky ein bisschen intensiviert hat, wollte ich allerdings immer noch, dass sie mit Xander glücklich wird. Die Autorin konnte mich nicht ganz davon überzeugen, dass Ky der Richtige für Cassia sein soll.
Die Liebesgeschichte an sich konnte mich auch nicht wirklich überzeugen. Zu dem Zeitpunkt, an dem Cassia das erste Mal denkt, dass sie dabei ist, sich in einen Anderen zu verlieben, war ich ganz erschrocken. Denn von verlieben habe ich da noch überhaupt nichts mitbekommen. Klar, die beiden sind zusammen in einer Freizeitgruppe und machen dementsprechend auch viel zusammen. Sie kennen Geheimnisse des jeweils anderen, die teilweise gegen die Vorschriften verstoßen. Aber das alles heißt doch nicht gleich, dass sie ineinander verliebt sein müssen? Sie könnten ja eigentlich auch nur gute Freunde sein. Wenigstens ein „er sieht heute so gut aus“, oder „ich fühle mich zu ihm hingezogen“ hätte mir schon gereicht.
Nichtsdestotrotz habe ich es genossen, das Buch zu lesen. Es ist in mancher Hinsicht tiefgreifender, als ein einfacher Liebesroman. Er zeigt eine Gesellschaft, in der jeder überwacht und kontrolliert wird und in der niemand freie Entscheidungen treffen kann. Und mittendrin sind zwei Jugendliche, die heimlich versuchen, eine Veränderung zu bewirken und ihre persönliche Freiheit zumindest in Teilen zurück zu erlangen.
Der Prozess, in dem Cassia erkennt, dass das System nicht gut für die Menschen ist, finde ich gut beschrieben. Anfangs ist sie sogar glücklich über das Paarungssystem, weil sie der Meinung ist, dass sie sonst keiner hätte haben wollen. Sie stellt die Regelungen der „Gesellschaft“, wie hier unter anderem auch die Regierung bezeichnet wird, nicht in Frage.
Das alles kommt erst zu Stande, als sie sich in Ky verliebt und merkt, dass es viel schöner wäre, wenn man sich aussuchen könnte, wen man liebt. 

Fazit:
Insgesamt ist das Buch durchaus empfehlenswert für Leser, die Dystopien mögen. Das Buch regt zum Nachdenken an und auch zum Mitfühlen. Cassia und Ky sind ein Liebespaar, deren Geschichte man aufgeregt mit verfolgt.

                                            4 / 6 Herzen


Kommentare:

  1. Schöne Rezension :)
    Ich habe das Buch vor ein paar Jahren gelesen und war total begeistert :) Ich war aber, im Gegensatz zu dir, für Team Ky :D Das einzig doofe an dem ganzen Buch war, dass der Titel schon der größte Spoiler war, den ich je bei einem Buch gehabt hatte :D Ich mein... "Die Auswahl - Cassia & KY (!!!!!)" hat mir alle Spannung genommen ^^
    Wenn ich dieses Buch aber jetzt nochmal lesen würde, wäre ich wahrscheinlich nicht ganz so begeistert ^^ Das war nämlich meine erste Dystopie und deshalb war ich mega begeistert :D Jetzt zählt allerdings "Legend - Fallender Himmel" von Marie Lu zu meiner absoluten Lieblings-Dystopie :)
    Liebe Grüße
    Haykuhi von books-and-art.blogspot.de

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  2. Ja, war auch eine meiner ersten Dystopien...
    Im Nachhinein gibt es wirklich bessere :D
    Vor allem Band 2 fand ich ganz schrecklich...
    Liebe Grüße

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    1. Die, denen der 1. Band nicht gefallen hat, haben den 2. Band geliebt und die, denen der 1. gefallen hat, mochten den 2. überhaupt nicht :D Das ist auch der Grund, warum ich den 2. nicht lese ^^ Obwohl ich irgendwie gern mal wissen würde, wie es weitergeht ^^

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    2. Interessante Beobachtung :D
      Aber den dritten Band fand ich wieder ganz okay.

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  3. Mir geht es genauso. Ich habe vor Ewigkeiten das Hörbuch von "Die Auswahl" gehört und fand es toll. An Teil 2+3 habe ich mich bis heute noch nicht herangetraut. Ich will die Reihe aber auf jeden Fall zu Ende lesen und auch das erste Buch komplett, da das Hörbuch damals gekürzt war.

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  4. Huhu!

    Mir ging es genauso wie dir! Ich war anfangs auch nicht soo begeistert von der Liebesgeschichte zwischen Cassia und Ky...

    LG Mila <3

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