Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand


Ein etwas anderer Schweden-Roman



Autor: Jonas Jonasson
Erscheinungsjahr: 2009
Verlag: Carl’s books
416 Seiten
ISBN: 978-3-570-58501-6

Klappentext:
Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht.

Jonas Jonasson erzählt in seinem Bestseller von einer urkomischen Flucht und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines eigensinnigen Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, aber trotzdem irgendwie immer in die großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts verwickelt war.

 

Meine Meinung:
Wenn man sich nur den Klappentext durchliest, erfährt man noch nicht so wirklich, worauf man sich einlässt. Aber da das Buch ja von allen Seiten gelobt wurde, hat mich auch mal interessiert, was an einem verschwundenen Hundertjährigen so faszinierend ist.
Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Auch wenn es kein Krimi ist, lässt die Spannung bis zuletzt nicht nach, weil man sich immer die Frage stellen muss, wie die Protagonisten aus dieser Situation wieder herauskommen wollen.
Erzählt wird in zwei Handlungssträngen, von welchen der eine in der Gegenwart spielt und der mit Allan Karlssons Verschwinden beginnt. Der andere Strang berichtet von der Vergangenheit des Hundertjährigen und beginnt gleich in seiner Kindheit.  Herr Karlsson könnte das Paradebeispiel für Politikverdrossenheit sein, wenn er es nicht immer wieder mit der Politik zu tun hätte. So diniert er mit General Franco, trinkt Tequila mit Präsident Truman und Tee mit Mao Tse-Tung.
Von einem Abenteuer stürzt er ins nächste und fast jede Wendung ist überraschend. Dabei ist Allan ein sehr sympathischer Charakter, der die Dinge nimmt, wie sie kommen und vielleicht auch deshalb furchtlos so viele lebensgefährliche Situationen hinnehmen und überleben kann.
Auch in der Gegenwart ist einiges los: Nachdem Allan nämlich aus dem Fenster des Altenhauses klettert und verschwindet, klaut er einem unfreundlichen jungen Mann einen Koffer und nimmt den Bus Richtung Strangnäs.
Der Inhalt des Koffers will geteilt werden und so findet sich in kürzester Zeit  eine Gruppe von jung bis alt zusammen. Doch der Beklaute gehört der Verbrecherbande „Never Again“ an und will den Koffer natürlich wiederhaben… Eine spannende und oft auch überraschende Jagd beginnt.
Der Autor benutzt eine geschwollene Sprache, die sich durch das ganze Buch zieht. Das ist allerdings kein negativer Punkt, denn wer schon die erste Seite liest, wird merken, dass diese Sprache sehr lustig und unterhaltsam ist. Zu einem Hundertjährigen passt das natürlich auch.
Ich habe während des Lesens keinen einzigen Kritikpunkt gefunden. 

Fazit:
Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich die positive Resonanz verstehen. Ich glaube, man muss das Buch einfach gelesen haben, deshalb ist es auch der erste Anwärter für ganze 6 Herzen. 



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