Hühnervoodoo


         Skurriles von Jugendbuchautorin Hortense Ullrich





Autor: Hortense Ullrich
Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Wunderlich
283 Seiten
ISBN 9783805250535



Inhalt:
Gwendolyn Herzog von Wolrath hat soeben ihr ganzes Vermögen verloren, indem ihr Finanzberater sich damit auf und davon gemacht hat. Also muss irgendwo Geld her. Dabei verlässt sie sich auf das, was sie am besten kann: Schwindeln und Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Schnell steht fest, dass Gwendolyn Psychologin wird. Aber schon ihr erster Fall bringt ungeahnte Schwierigkeiten mit sich. Frederick Ackermann, Leichenbestatter, hat ein Problem: Immer, wenn er eine Frau heiraten will, stirbt sie. Und jetzt hat er sich ausgerechnet in Gwendolyns Nichte Britta veliebt!

 

Meine Meinung:
Das Buch kommt sehr schleppend in die Gänge. Der Klappentext nimmt auch leider schon die ganze Handlung bis ca Seite 200 (von 283) vorweg. Deshalb hatte ich mit dem Roman so meine Probleme. Zunächst habe ich Gwendolyn als unsympathische Person erlebt, die sich nur um sich selbst kümmert, vor allem wenn es um Geld geht. Dazu kommen dann immer noch sehr komische Aktionen, die manche Leser sicher als lustig, originell oder charakterstark bezeichnen würden. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Handlung endlich spannend wird (als es um die Frage geht: haben Frederick und Britta eine Zukunft?), werden immer wieder Situationen beschrieben, die für den Plot keine Relevanz haben. Ist ja schön, wie gewitzt Gwendolyn versucht, sich Möbel für ihre Praxis zu ergaunern, aber wo führt uns das zur Lösung des Konflikts?
Ich gebe es zu: Ich bin ein Fan von Büchern, in denen eins das andere ergibt und man am Ende erstaunt ist, wie geschickt der Autor die Details miteinander verflochten hat.
Mir war klar, dass ich keinen ernsten und realitätsnahen Roman lesen werde, aber trotzdem hatte ich ein bisschen mehr erwartet.
Die Idee mit dem Vodoo ist an sich interessant. Bernadette, mit der sich Gwendolyn ihre Praxis teilt, ist eine herzensgute, aber meist auch ziemlich dumme und naive Person. Oft kommt Gwendolyn das zu Gute.
Das Ende war okay, auch wenn es irgendwie ziemlich aus der Luft gegriffen war.  Die Liebesgeschichte um Frederick und Britta hat mir sehr gut gefallen. Auch dass der unscheinbare und von der hinterlistigen Witwe Judith ausgenutzte Ernst schlussendlich sein Glück gefunden hat, hat mich gefreut.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und das Buch ist schnell gelesen. Besonders im letzten Drittel beschleunigt sich die Handlung und wird fesselnd.
Auch wenn ich nicht alle Handlungen Gwendolyns nachvollziehen konnte, habe ich es letztendlich doch genossen, „Hühnervodoo“ zu lesen und habe mich unterhalten gefühlt. Nach dem sehr interessanten Klappentext hatte ich bloß ein bisschen mehr erwartet.

Fazit:
„Hühnervodoo“ ist ein Roman, auf den man sich voll und ganz einlassen muss und von dem man nicht allzu viel Realitätsnähe erwarten darf. Dann ist man hier mit leichter Unterhaltung und teilweise witzigen Wortwechseln gut bedient. Wer allerdings auf der Suche nach einer anspruchsvollen Sommerlektüre ist, dem rate ich ab. 


                                                2 / 6 Herzen

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