Türkisgrüner Winter

Liebeskummer, Melancholie und Winterblues




Autor: Carina Bartsch
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Rowohlt
978-3499227912
464 Seiten

Klappentext:

Gut aussehend, charmant und mit einer Prise Arroganz raubt er Emely den letzten Nerv: Elyas, der Mann mit den türkisgrünen Augen. Besonders zu Halloween spukt er in ihrem Kopf herum. Doch was bezweckt er eigentlich mit seinen Avancen? Und wieso verhält er sich nach dem ersten langen Kuss mit einem Mal so abweisend? Nur gut, dass Emelys anonymer E-Mail-Freund Luca zu ihr hält. Das noch ausstehende Treffen mit Luca sorgt für ein mulmiges Gefühl. Dann verstummt auch er. Hat Emely alles falsch gemacht?

 

Meine Meinung:

Mhh, der Klappentext wirkt ein bisschen irreführend. Wir Leser wissen schon längst, warum Luca keine Mails mehr schreibt und was Elyas hat… Nur Emely tappt im Dunklen. Und das ist schon fast charakteristisch für den zweiten Teil der Dilogie.
Der Konflikt, der am Ende des ersten Bands entsteht, wird meiner Meinung nach viel zu schnell aufgelöst. Dann ist auf einmal alles Friede-Freude-Eierkuchen, bis dann herauskommt, was es mit Luca auf sich hat.
Von diesem Moment an ist der Roman ziemlich langatmig. Emely hat Liebeskummer und denkt, Elyas hätte sie verarscht (natürlich ist dem nicht so, aber da steht sie sich selbst im Weg). Sie leidet und leidet und hört auf niemanden aus ihrem Umfeld, der sie dazu bewegen will, die Sache mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Warum auch, schließlich hat Elyas ihr vermeintlich schon mal das Herz gebrochen (obwohl wir ja schon längst wissen, dass es eigentlich gar nicht so war).
Bis Emely erkennt, dass Elyas vielleicht doch gar nicht so verkehrt ist, geschieht eigentlich nicht viel.
Elyas Erklärung für sein Verhalten, die er Emely am Ende gibt, fand ich ermüdend und langatmig. Ich hab viele Zeilen übersprungen. Ich weiß nicht, warum er noch mal von ganz vorne anfängt und alle Geschehnisse aus ihrer Jugend bis ins kleinste Detail vor ihr ausbreitet. Die Kurzfassung hätte es auch getan. Spätestens als Emely nach seiner Schilderung immer noch dachte, er hätte sie verarscht, hätte ich am liebsten den Kopf gegen die Wand gehauen.
Im ersten Teil hat mir die Protagonistin sehr viel besser gefallen. Von ihrem Sarkasmus war nichts mehr zu merken, sie war einfach nur noch ein Mädchen mit gebrochenem Herzen, das ziemlich schwer von Verstand und nervig war.
So gut mir der erste Teil Kirschroter Sommer gefallen hat, so anstrengend und mühselig fand ich Nummer zwei. Wenigstens ist jetzt alles gut, Happy End und aus die Maus.

Fazit:

Ich kann wirklich jeden verstehen, der nach dem unbefriedigenden Ende von Kirschroter Sommer sofort Türkisgrüner Winter kauft. Echt. Aber erwartet einfach nicht zu viel. Der Anfang mag noch ganz okay sein, danach wird es melancholisch und düster. Winter eben. 

                                                    3 / 6 Herzen

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