[Rezension] Aufbruch - Partials I

SciFi-Thriller mit nicht ganz glaubwürdiger Protagonistin






Autor: Dan Wells
Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Ivi
ISBN 978-3492702775
512 Seiten

Klappentext:

Den Krieg gegen die Partials, künstlich erschaffene Menschen, haben nur wenige tausend echte Menschen überlebt. Die 16-jährige Kira begibt sich mit einer Gruppe Verbündeter nach Manhattan, ein Gebiet, das die übermächtigen Partials beherrschen. Und dabei entdeckt sie, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Partials vor dem Untergang stehen – und beide mehr gemeinsam haben, als sie ahnten. Die letzten Menschen haben sich nach einer verheerenden Katastrophe nach Long Island, vor die Tore Manhattans, zurückgezogen. Die Partials, übermächtige Krieger, die einst von den Menschen erschaffen wurden und sich dann gegen sie wendeten, bedrohen die Überlebenden. Und eine unheilbare Seuche fordert ihre Opfer. Die sechzehnjährige Kira setzt alles daran, einen Weg zu finden, die Krankheit zu heilen. Doch dieser Weg führt sie nach Manhattan, mitten in das Gebiet der unheimlichen Partials. Und was sie dort entdeckt, wird nicht nur ihr eigenes, sondern das Schicksal aller Geschöpfe auf unserem Planeten verändern …


Meine Meinung:

Da ich von Dan Wells vor einiger Zeit schon ein Buch gelesen hatte, das mir gefiel und ich über dieses „neue“ Werk sehr viele positive Stimmen gehört hatte, wollte ich mich auch selbst davon überzeugen.
In „Aufbruch“ ist die Protagonistin die 16-jährige Kira Walker, die im Krankenhaus arbeitet. Zu Anfang findet der Leser sich gleich in einer beklemmenden Situation wieder: Wir müssen beobachten, wie ein Baby an einer mehr oder weniger ungeklärten Todesursache stirbt und erfahren, dass dies seit elf Jahren mit jedem Neugeborenen geschieht.
Denn vor elf Jahren begann der Partial-Krieg. Ein Krieg, bei dem 99% der Weltbevölkerung starb. Die Überlebenden sind immun gegen das Virus RM, können aber keine überlebenden Nachkommen erzeugen.
Die ersten 100 Seiten fiel es mir schwer, mich in die Geschichte einzufinden. Das lag vor allem daran, dass Dan Wells den Leser in diese Situation in der Zukunft schmeißt, aber auf umfassende Erklärungen verzichtet. Man muss sich alles selbst zusammen reimen. Zum Beispiel erfährt man nicht wirklich, was dieses Virus RM ist, wofür die Abkürzung steht, oder was genau es bewirkt. Ebenfalls bleibt man über die Partials sehr lange im Unklaren. Obwohl sie so eine zentrale Rolle spielen, werden sie auf den ersten 100 Seiten vielleicht drei Mal erwähnt. Worin der Krieg bestand und wie es dazu kam erklärt der Autor wenigsten irgendwann in fünf Sätzen.
Außerdem konnte ich mit der Protagonistin nicht richtig warm werden. Vor allem in der ersten Hälfte des Buches konnte ich ihre Reaktionen oft nicht nachvollziehen. Kira wird sehr schnell sauer, fühlt sich angegriffen und braust auf, um dann im nächsten Moment zu weinen. Und dass sie immer wieder ihr Leben für den guten Zweck geben will, ist zwar edel, aber für eine 16-jährige nicht besonders glaubwürdig. Sie verhält sich oft wie eine ausgebildete Soldatin, bleibt in Extremsituationen ruhig und fasst Pläne. Insgesamt hat der Autor eine waghalsige und überaus mutige Protagonistin geschaffen, der ich ihren Aktionismus aber nicht so ganz abkaufen konnte.
Meine Probleme hatte ich auch immer wieder mit den actionreichen Szenen. Dan Wells tendiert dazu, alles schnell auf schnell passieren zu lassen. Vielleicht wollte er damit eine atemlose Atmosphäre schaffen. Ich kam aber einfach nicht hinterher. In Kampfszenen passierte einfach manchmal so viel, dass ich Passagen gelangweilt überflog, weil ich nicht mehr ganz durchblickte, wer auf wen schoss und weshalb.
Nach der Hälfte des Buches wurde es dann aber langsam interessanter. Da Kira versucht, RM zu heilen, ist ein größerer Anteil des Buches sehr medizinisch. Das fand ich wirklich interessant, auch wenn ich manches nicht ganz verstanden habe. Dafür habe ich wahrscheinlich einfach zu wenig Virologisches Grundwissen.
Ebenfalls beeindrucken konnte mich das Setting. Kira und ihre Freunde brechen auf der Suche nach Hilfe nach Manhattan auf, wo keine Menschen Leben. Der Autor hat diese Szenen einfach toll beschrieben. Die Vorstellung von so vielen verlassenen Häusern und leeren Straßen, die schon längst von Pflanzen überwuchert sind, ist gleichzeitig beklemmend und spannend.
Vor allem das Ende bietet Platz für die Fortsetzung, die im März erscheinen wird. 

Fazit:
 
Insgesamt konnte mich das Buch nicht so sehr von sich überzeugen, wie es das bei anderen getan haben mag. Trotzdem war eine gewisse Grundspannung vorhanden, vor allem, weil Kira sich immer wieder in Gefahr begibt, um die Menschheit zu retten. „Aufbruch“ empfehle ich allen, die vor einem futuristischen Szenario nicht zurückschrecken und die über die eine oder andere Schwäche hinwegsehen können. 

                                             4 / 6 Herzen

Kommentare:

  1. Schöne Rezi:) Das Buch liegt bei mir auch noch im Regal und wartet darauf, gelesen zu werden.

    LG und einen schönen Tag für Dich!

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  2. Ganz tolle Rezension :)
    ich fand das Buch sehr gut und bin total gespannt auf den zweiten Band *-*

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    1. Hui, danke :)
      Es sind ja ein paar Fragen offen geblieben, die ich noch klären will. Deshalb bin ich auch gespannt auf den Folgeband :P

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  3. Das Buch steht noch ungelesen in meinem Bücherregal, ich sollte es vielleicht doch endlich mal lesen *gg*

    LG Steffi

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  4. Huhu,

    ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass es das Buch auch auf deutsch gibt. Das ist heute erst im Original auf meine Wunschliste gewandert. Das deutsche Cover schaut aber auch gut aus :)
    Bin ja mal gespannt wie es mir gefallen wird, falls ich dazu komme es zu lesen... ^^

    wegen dem Buch Touched schreib ich dir noch ne Mail :)

    LG ♥

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    1. Na da kannst du mal sehen! :D
      Ich mag die Cover nicht so gerne.. Da finde ich das Englische besser.
      Also ich bin ja irgendwie die Ausnahme, alle anderen finden es ja super.
      Liebste Grüße :)

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  5. Tolle Rezension! Dein Blog gefällt mir richtig gut:)
    Alles Liebe und hab einen wundervollen Tag!
    <3
    cathslovleybooks.blogspot.de/

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  6. Dan Wells, hmm, von dem habe ich jetzt *nachzähl* fünf Bücher gelesen und immer mit gemischten Gefühlen. Er schreibt nicht schlecht, aber manches kommt so unwirklich und übertrieben rüber.
    In Deiner Rezi sprichst Du ein paar Punkte an, die mir Gedanken machen, aber ich glaube wenn ich das Buch mal in die Finger kriegen sollte, würde ich es lesen. Die Beschreibung klingt ja ganz nach meinem Geschmack ^^

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    1. ja, genau so geht es mir mit seinen Büchern auch.
      Naja, ich bin ja eher der Ausreißer hier, alle anderen scheinen es ja zu mögen. Und ich bin sowieso ein Verfechter des "Überzeug dich besser selbst davon". Also, wenn du es in die Finger kriegen solltest, lies es :)

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