[Rezension] Der Game-Master 01

Tödliches Netz 




Autor: James Dashner
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: cbt
ISBN 978-3570309612
416 Seiten 

Klappentext:


Michaels Leben ist ein einziges Game. Denn Michael will eine Cyber-Legende werden. Doch als sich eine Gamerin im VirtNet vor seinen Augen umbringt, ist plötzlich nichts mehr, wie es war. Dahinter steckt der berüchtigte Cyber- Terrorist Kaine, dessen Motiv ebenso im Dunkeln liegt wie sein Aufenthaltsort. Und Michael ist derjenige, der Licht in die Sache bringen soll – im Auftrag des virtuellen Sicherheitsdienstes. Eine Mission mit höchstem Risikolevel, denn ab jetzt bewegt er sich auf Pfaden, auf die sich noch keiner vor ihm im VirtNet gewagt hat ...

Meine Meinung:

Von James Dashner hatte ich schon die Auserwählten-Trilogie gelesen und ganz gut gefunden und war jetzt gespannt auf seine neue Reihe.
Anfangs hatte ich ziemliche Schwierigkeiten, mich in der Welt des Protagonisten Michael zurechtzufinden. Übrigens – Michael. Das ist so ein typischer Dashner-Name. Genau, wie Thomas. Apropos Thomas, teilweise dachte ich,  ich hätte den Helden aus dem Labyrinth wieder vor mir. Die beiden haben sich in vieler Hinsicht geähnelt.
Aber zurück zu meinen Einfindungsschwierigkeiten. Der Autor wirft gleich zu Anfang mit futuristischen Gamer-Begriffen um sich, die ich als normaler Mensch nicht wirklich verstanden habe. Aber warum sollte man sich auch damit aufhalten, die Begriffe zu erklären?
Zu Beginn des Buches wohnen wir gemeinsam mit Michael einem Selbstmordversuch eines Mädchens bei, den unser Protagonist unterbinden soll. Wir befinden uns nämlich im VirtNet, sowas wie eine virtuelle Welt, in der Man dank eines Coffins herumspazieren kann. Michael versucht verzweifelt, Punkte zu sammeln, um in das Deep-Level (also das höchste) zu gelangen. Was genau daran so toll ist, ist ja eigentlich auch nicht so wichtig. Hauptsache unser Protagonist hat ein Ziel!
Wenn dieses Mädel aber von der Brücke springt, verliert Michael Punkte. Also versucht er natürlich alles, um sie davon abzuhalten. Zumal es ja sowieso sinnlos ist, da sie in der virtuellen Welt zwar sterben würde, in der realen Welt allerdings in ihrem Coffin wieder aufwachen würde. Bis sie sich ihren „Core“ aus dem Hirn pult (also was genau das ist, kann ich auch nicht erklären. Nur dass man in der realen Welt tatsächlich stirbt, wenn man ihn in der virtuellen Welt entfernt) und anfängt, irgendwas von einem Kaine und komischen Kreaturen zu faseln.
So weit so gut. Da Michael ein talentierter Programmierer und Gamer ist, werden er und seine Freunde von der virtuellen Sicherheitsbehörde dazu aufgefordert, diesen Kaine zu finden. Was natürlich nicht ganz so einfach ist.
Wie wir es vom Autor gewohnt sind, wird der Liebesgeschichte kein großer Platz eingeräumt. Eigentlich gibt es  noch nicht mal eine. Sarah ist zwar ein Mädchen, wird von ihren beiden Kumpels aber kaum als eines wahrgenommen, was ich irgendwie ein bisschen unrealistisch fand.
Was mich außerdem gestört hat, ist dass der Autor gerne auf beschreibende Details verzichtet, zumindest was die Charaktere angeht. Ich könnte noch nicht mal sagen, welche Haarfarbe unsere Hauptfiguren haben, oder ob sie klein, groß, dünn oder dick sind. Schade.
Leider kam auch noch dazu, dass mir diese ganze virtuelle Welt einfach zu abstrakt war. Die drei sind ständig am Programmieren oder Hacken, aber es wird noch nicht mal gesagt, wie sie das machen. Dass es irgendwie in ihren Köpfen stattfindet, okay. Aber naja, mir blieb einfach zu vieles unerklärt und ich konnte mir auch einiges nicht gut vorstellen.
Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Buch erwartet habe. Aber auf jeden Fall nicht das. Michael und seine Freunde Bryson und Sarah machen sich dann auf die Suche nach dem großen Bösewicht und das ist nicht ganz ungefährlich. Allerdings kam irgendwann der Punkt, wo sich eine völlig sinnfreie und unerklärliche Situation an die andere reiht – ohne Pause. Und ich rede hier nicht nur von Action, sondern total komischen Szenarien, die völlig random und teilweise auch echt heftig gruselig waren. Wenn sie dann von eine Situation durch ein Portal in die nächste kamen, konnte ich irgendwann nur noch genervt aufstöhnen und hoffen, dass es bald vorbei ist. Diese Situationen erinnerten mich teilweise ein bisschen an die Labyrinth-Trilogie von Wekwerth (allerdings haben mich die Ebenen da nicht so ganz frustriert, wie hier).
Ich bin kein Mensch, der Bücher abbricht, aber wenn ich einer wäre, dann hätte ich dieses Buch wahrscheinlich nicht bis zum Ende gelesen.
Aber ich habe durchgehalten und das Ende war okay. Ich war froh, als diese Aneinanderreihung von komischen Situationen endlich vorbei war und wir ein bisschen richtige Action bekamen. Es gibt einen Kampf, ein paar Enthüllungen. Und dann noch mehr Enthüllungen. Die habe ich zwar nur teilweise kommen sehen, sie haben mich jetzt aber auch nicht so wahnsinnig vom Hocker gehauen, dass ich sofort weiterlesen wollte.
Zum Schluss aber noch was Positives: Das Cover ist richtig schön geworden! 

Fazit:

Ich schätze, das Buch ist mehr was für Jungs, oder Leser, die sich auch für Gaming oder Programmieren interessieren. Mich konnte es leider kaum überzeugen. Die Protagonisten blieben relativ blass, es waren mir zu viele sinnfreie und unerklärte Szenen dabei. Ich konnte mir das VirtNet teilweise nicht so gut vorstellen. Also kann ich das Buch leider nur uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich schätze, es ist schon mal eine gute Voraussetzung, wenn ihr Dashners andere Bücher total gerne mochtet. 

                                                         2 / 6 Herzen

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    zwar kenne ich das Buch nicht und die Auserwählten-Trilogie liegt noch auf meinem SuB, aber das Buch spricht mich schon vom Cover her so gar nicht an. Die Inhaltsangabe dagegen fand ich dann wieder einigermaßen ansprechend, aber deine Rezi hat mich dann wieder davon abgebracht.
    Was schlimmeres, als sinnfreie Textpassagen gibt es in der Bücherwelt selten... Aber ich bin auch niemand, der ein Buch abbrechen kann, daher hoffe ich, deine nächste Lektüre wird wieder besser.

    Viele liebe Grüße
    Nelly

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    1. Ehrlich? Ich find das Cover eigentlich ganz cool... Ja also was heißt sinnfrei.. einfach total Random und irgendwie.. ach keine Ahnung. Kann ich nicht so gut erklären :D
      Liebe Grüße

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  2. Schade, dass es dir nicht so gefallen hat. Ich bin jetzt ca. bei der Hälfte und finde es eigentlich ganz gut. Ich habe als ich noch jünger war schon gerne solche Romane gelesen :DDD

    deshalb gefällt es mir bisher wahrscheinlich auch gut :)

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    1. Also ich merke mir hiermit: Solche Bücher sind nichts für mich :P

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  3. Huhu ♥
    Ich denke dieses Buch ist nicht das richtige für mich ;)
    Zuerst klang es sehr interessant, aber das mit dem Programmieren mag ich nicht so gerne.
    Tolle Rezension!

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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    1. Ne... Ich werde mich in Zukunft auch davon fernhalten :D <3

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  4. Hallöchen liebste Lesetante,
    was für ein Ärger. Irgendwie habe ich mir bei diesem Buch Begeisterungsstürme erhofft.. D: Nun weiß ich nicht ob ich es lesen soll oder nicht. D: Ich mochte ja Erebos, was auch viel mit Gaming zu tun hatte.. naja mal sehen. Ich lese mal noch ein paar andere Meinung vorweg.

    Liebst, Lotta

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    1. Tut mir leid, da muss ich dich wohl enttäuschen :D Mh also ich hab Erebos nicht gelesen.. Aber den Game-Master würde ich definitiv nicht weiterempfehlen.

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