[Rezension] Afterworlds

Die Welten zwischen uns 




Autor: Scott Westerfeld 
Erscheinungsjahr: 2015 
Verlag: Sauerländer 
ISBN 978-3737352222
704 Seiten





Lizzy überlebt den Terroranschlag auf dem überfüllten Flughafen von Dallas nur durch Zufall. Und begegnet in jenem heiklen Moment zwischen Leben und Sterben ihrem Seelenführer Yamaraj, der Lizzy in die Totenwelt ›Afterworlds‹ führt. Dass sie sich dabei unsterblich in den wunderschönen Man mit der sanfte Stimme und dem tiefen Blick verliebt, war so nicht vorgesehen vom Schicksal. Und Lizzy muss sich entscheiden: Für das Leben oder ein Dasein als Wandlerin zwischen den Welten…
Lizzys Geschichte ist ein Roman. Darcys Roman, den die 17-jährige mehr aus Spaß an die bekannteste Literaturagentur New Yorks schickt. Zu ihrer Überraschung bekommt Darcy direkt ein Zwei-Buch-Angebot und einen horrenden Vorschuss. Dieser Erfolg macht sie waghalsig: Statt ihr College-Studium anzutreten, zieht Darcy nach New York. Auf gut Glück und ohne rechten Plan. Aber mit dem festen Vorhaben, eine richtige Autorin zu werden. Und sich zu verlieben …




Die Idee der Geschichte hat mich schon neugierig gemacht, seit es vor gut einem Jahr in Amerika die ersten Vorab-Leseexemplare gab. Ich habe aber gewartet, bis das deutsche Buch erschien, weil ich erst noch ein paar Meinungen hören wollte.
Das Konzept des Buchs ist auf jeden Fall etwas ungewöhnlich, es sind nämlich zwei Geschichten in einem. Und zwar nicht in dem Sinne, dass es zwei verschiedene Sichtpunkte gibt, sondern vielmehr so:
Darcy lebt in unserer Welt und ist Autorin. Sie hat gerade die Schule beendet und im letzten NaNoWriMo (50 000 Wörter in einem Monat schreiben) ein ganzes Buch geschrieben, mit dem sie nun bei einem Verlag angenommen wurde. Sie zieht nach New York, um ihre Schriftstellerkarriere voranzutreiben.
Die zweite Geschichte ist das Buch, das Darcy geschrieben hat: Afterworlds. Die Protagonistin ist hier Lizzie, die einen Terroranschlag in einem Flughafen überlebt und dabei feststellt, dass sie in die Welt der Toten überwechseln kann.
Jeweils abwechselnd verfolgen wir so die Geschichten beider Mädchen.
Die zwei Geschichten, die in diesem Buch erzählt werden, sind inhaltlich größtenteils nicht verbunden. Auf einer anderen Ebene natürlich schon, da wir ja auch Darcys Schreib- bzw. Überarbeitungsprozess mitkriegen. Aber abgesehen davon habend die Geschichten aus Lesersicht so gut wie nichts miteinander zu tun und könnten auch einzeln gelesen werden.
So hatte ich oft Schwierigkeiten, mich nach einem Darcy-Kapitel in Lizzies Welt einzufinden und umgekehrt. Ich war immer gerade so involviert in die Welt der einen, dass ich eigentlich nur bei ihr wissen wollte, wie es weitergeht und durch den Wechsel immer wieder ein bisschen genervt war.
Es hat aber schon geholfen, dass der Stil in beiden Geschichten ziemlich unterschiedlich ist; Lizzies Geschichte wird zum Beispiel aus Ich-Perspektive erzählt, während der Autor für Darcy die dritte Person gewählt hat.
Insgesamt hat mir Darcys Geschichte besser gefallen, was an zwei Gründen lag: Erstens war mir Lizzies Geschichte irgendwie zu düster. Klar, es geht mehr oder weniger um den Tod. Aber wenn ich jetzt nur die Geschichte gelesen hätte, hätte mir das Buch nicht so gut gefallen, da ich mich thematisch jetzt nicht soo angesprochen fühlte.
Zweitens habe ich es wirklich genossen, Darcys Leben zu verfolgen. Bei ihr dreht sich alles ums Schreiben und damit konnte ich mich natürlich total identifizieren. Außerdem habe ich so och das ein oder andere über die Verlagswelt gelernt, was mir wirklich gefallen hat.
Da Darcy ja einen zwei-Buch-Vertrag hat und sie in der Geschichte einen zweiten Teil schreibt, frage ich mich, ob es wirklich noch einen zweiten Band geben wird.


Darcys Teil habe ich immer sehr gerne gelesen. Den von Lizzie habe ich zwar nicht ungern gelesen, aber die Geschichte hat mich nicht so ganz erreicht, irgendwas hat mir da gefehlt, und es war einfach zu düster. Trotzdem bin ich die ganze Zeit bei der Stange geblieben und die 700 Seiten ließen sich ziemlich schnell weglesen. Ich empfehle das Buch vor allem Leuten, die selbst schreiben - aus Darcys ersten Gehversuchen in der Verlagswelt kann man auf jeden Fall noch einiges lernen.


1 Kommentar:

  1. Huhu :)

    Ich habe "Afterworlds" auch gerade eben erst gelesen und es ging mir ähnlich wie dir: Lizzies Geschichte hat mich nicht wirklich gepackt, dafür fand ich Westerfelds Spiel mit dem Leser und die Rolle des Autors großartig. Ein ziemlich außergewöhnliches Buch, aber die 700 Seiten waren schon eine Hausnummer.

    Liebe Grüße
    Svenja

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