[Book-Talk] It ends with Us

Hallo meine Lieben, 
so etwas gab es auf meinem Blog noch nie: Einen Book-Talk. Das heißt, es handelt sich nicht um eine übliche Rezension, sondern vielmehr um meine Gedanken zu dem Buch und seinem Inhalt. Ihr solltet diesen Post also nicht lesen, wenn ihr das Buch noch nicht kennt. Wenn euch nur interessiert, wie es mir gefallen hat, dann hier kurz und knapp: Ich kann meine Gefühle nicht richtig in Worte fassen (weshalb ich die Gedanken, die in meinem Kopf umherfliegen, einfach mal in diesem Post aufschreiben musste). Einerseits mochte ich es, andererseits hat es mich unendlich traurig gemacht. Ich kann nicht sagen, dass ich das Buch toll fand, denn inhaltlich ist es ganz und gar nicht toll. Ich kann es irgendwie nicht richtig bewerten. Aber wenn ich ein vorgefertigtes Schema benutzen müsste, würde ich wahrscheinlich 4 von 5 Sternen vergeben. 



Und jetzt solltet ihr wirklich aufhören zu lesen, wenn ihr das Buch noch nicht kennt. 
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ihr, die noch hier seid, den Inhalt kennt und fasse die Handlung deshalb nicht zusammen. Und wundert euch nicht, wenn der Post völlig wirr ist, denn genau so fühle ich mich immer noch in Bezug auf dieses Buch. Los geht's. 






Ich mochte Lily. Sie steht für das ein, an das sie glaubt und ist jemand, der am liebsten die Wahrheit sagt. 
Als sie Ryle kennengelernt hat, war alles so perfekt. Er war perfekt, ihre Beziehung war perfekt. Die ganze Situation. Ich habe es genossen, das zu lesen, auch wenn es keinen wirklichen Konflikt gab. 

Die Rückblenden haben mich zwischendurch ein bisschen genervt. Das, was damals passiert ist, war natürlich in gewissem Maße für Lilys aktuelle Situation wichtig. Aber in gewissem Maße auch nicht. 
Ich habe das Ganze beim Lesen für gegeben genommen, aber das Ende hat mich ein bisschen nachdenklich gemacht, da ich den Epilog mit Atlas ziemlich verhunzt und "Out of the Blue" fand. Und wenn man jetzt mal die ganze Story betrachtet, finde ich, war Atlas dafür nicht besonders wichtig. Man hätte ihn genauso gut einfach streichen können. Die einzige Rolle, die er gespielt hat, war um Ryle und Lilys Dad wütend zu machen und ihre schlechten Seiten zu zeigen. Aber abgesehen davon... 

Was mich ein bisschen irritiert hat, ist dass Lily recht zu Beginn ihren eigenen Blumenladen eröffnet. Das ist ihr Lebenstraum (und normalerweise etwas, was eher am Ende eines Buches passiert, um Entwicklung zu zeigen, oder weil die Person wirklich hart dafür gekämpft hat). Hier ist es irgendwie so eine random-Entwicklung. Ich weiß nicht. Der Laden hat nichts bewiesen und er hatte keine große Bedeutung für den Verlauf der Geschichte. Dabei hat es sich so angefühlt, als müsste er eine Bedeutung haben. 

Alyssa und Marshall mochte ich sehr gerne. Gerade Lissa. Sie versprüht so viel Lebensfreude und ist Lily so eine gute Freundin, dass man sie einfach mögen musste. 

Dann ist da noch Atlas. Ich kann nicht sagen, dass ich ihn nicht mochte. Meiner Meinung nach war er nur als Charakter irgendwie unbedeutend. Ja, als ich die Tagebucheinträge gelesen habe und mitbekam, unter welchen Umständen er leben muss, hat mir das die Tränen in die Augen getrieben. Aber das gehört nicht zur Hauptaussage der Geschichte und war irgendwie austauschbar (im Sinne von: Man hätte ihn ohne große Veränderungen aus dem Buch nehmen können). Atlas hätte auch in jedem anderen von Colleens Büchern auftauchen können, wenn es ihr wichtig war, diese Umstände zu zeigen. Aber darüber konnte ich eigentlich hinwegsehen, zumindest bis zum Epilog. Denn da nähern er und Lily sich plötzlich wieder an. Und das ging mir viel, viel, viel zu plötzlich, zu schnell und zu unerklärt. Das war unnötig. Das hätte in der Zukunft gerne noch irgendwie passieren können, aber nein. So konnte ich damit irgendwie überhaupt nicht leben (was sicherlich auch daran liegt, dass ich immer noch ein bisschen an Ryle hing). 

Ich fand Ryles "Entwicklung" ziemlich schade. Er war so ein toller Mensch irgendwie, der sich so um Lily gekümmert hat. Und dann war er auf einmal ein völlig anderer Mensch. Ich meine, mir ist klar, was die Autorin damit sagen will, aber ich fand, es passte einfach nicht so recht zu Ryle, dass er von jetzt auf gleich zu einer ganz anderen Person wurde. Die Erklärung für sein Verhalten fand ich jetzt auch nicht soo plausibel. ich meine, klar ist es krass, was ihm passiert ist. Aber wie gesagt, ich finde dass sein Verhalten manchmal überhaupt nicht gepasst hat. Am schlimmsten war das in der letzten Szene in der neuen Küche, wo er völlig eiskalt und hart ist, als wäre er einfach ein anderer Mensch. Naja. 

Ich weiß nicht. Er hätte sich auch einen Psychologen suchen können und sich helfen lassen können. Wer weiß, ob er sich nicht vielleicht noch in den Griff bekommen hätte. Dabei will ich nicht sagen, dass Frauen in einer solchen Beziehung zu dem Mann zurückkehren sollten. Aber die letzte Szene im Krankenhaus hat mir einfach das Herz gebrochen. Zu sehen, wie Ryle sich die ganze Zeit solche Hoffnungen gemacht hat und wie traurig er war - ich musste einfach Mitleid mit ihm haben. Ich kann Lilys Entscheidung natürlich verstehen, aber wie gesagt, es hat mich wahnsinnig traurig gemacht, dass Ryle so sein musste und es danach kein Zurück mehr gab. Bei dieser Szene konnte ich höchstens einen Satz am Stück lesen, weil ich so sehr geweint habe.
Ich weiß, dass es irgendwie falsch ist, dass ich Ryle immer noch so sehr "geliebt" habe, nach dem, was er getan hat. Ich wusste auch, dass Lily deshalb natürlich nicht mehr mit ihm zusammensen kann. Aber es hat mich trotzdem so zerstört, zu sehen, wie sie beide darunter gelitten haben, dass Ryle nunmal so ist und man es nicht ändern kann und sie ihm nie wieder vertrauen kann :( 

Um jetzt auch mal ein bisschen sachlich zu werden: Stilistisch war das Buch der Wahnsinn. Es gab richtig viele Sätze, die voller Lebensweisheiten steckten und die man sich so an die Wand hängen könnte. 
Außerdem ist es heftig, was dieses Buch auf emotionaler Ebene mit mir anstellen konnte. Ich war am Ende ein ziemliches Wrack und das ist eins dieser Bücher, bei denen du nicht aufhörst zu lesen und am Ende ist alles wieder gut. Es ist eher eins von der Art, bei denen du auch Stunden später noch anfängst zu heulen, wenn du darüber nachdenkst. 

Das war jetzt alles ziemlich konfus, ich weiß. Aber anders kann ich mich zu diesem Buch irgendwie nicht äußern und spoilerfrei hätte ich es schonmal gar nicht hingekriegt. Deshalb hoffe ich einfach, dass ein paar von euch das Buch auch schon kennen und dass ihr mir eure Meinung dazu in den Kommentaren mitteilt, damit ich weiß, ob ich mit meinen Ansichten alleine bin. 
Danke fürs Lesen! <3 
Stefanie

Kommentare:

  1. Ich habe Ryle auch immer noch gemocht, was mich einerseits geärgert hat weil ich das gar nicht wollte und es sich einfach falsch anfühlt...
    Soweit ich das aber aus dem Buch rausgelesen habe, war gesagt, dass er seit er 6 ist in Behandlung ist. Ich kann deine Gefühle absolut verstehen!
    LG Jenni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, da klingelt was.. aber trotzdem :(

      Löschen
  2. Huhu!

    Ich wollte eigentlich nur mal sagen, dass ich die Idee mit dem Booktalk klasse finde! Wenn ich Rezis für verschiedene Portale schreibe, habe ich auch oft das Problem, dass ich nicht so genau weiß, wie ich sie bewerten soll ... Da kommt mir oft das Notensystem irgendwie unpassend vor. Ich blogge zwar nicht, aber ich werde mir das merken für die Zeit, wenn ich wieder mehr Zeit habe. Aktuell hält mich meine Abschlussarbeit zum Thema "Humidity Sensors" so auf Trab, dass ich froh sein kann, dazwischen überhaupt einmal die Zeit für ein normales Buch zu finden ...

    Liebe Grüße und weiter so!
    Marie

    AntwortenLöschen
  3. Hey,

    "It Ends With Us" hat mich auf so vielen Ebenen berührt! Ich wusste anfangs nicht recht was in dem Buch auf mich zukommt, dachte, es wäre eine typische Lovestory.
    Für mich definitv bis jetzt das beste Buch dieses Jahr!

    Liebe Grüße von Myri liest

    AntwortenLöschen