[Rezension] By your side


Autor: Kasie West 
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: Harper Teen 
ISBN 978-0062455864
352 Seiten



When Autumn Collins finds herself accidentally locked in the library for an entire weekend, she doesn’t think things could get any worse. But that’s before she realizes that Dax Miller is locked in with her. Autumn doesn’t know much about Dax except that he’s trouble. Between the rumors about the fight he was in (and that brief stint in juvie that followed it) and his reputation as a loner, he’s not exactly the ideal person to be stuck with. Still, she just keeps reminding herself that it is only a matter of time before Jeff, her almost-boyfriend, realizes he left her in the library and comes to rescue her.
Only he doesn’t come. No one does.
Instead it becomes clear that Autumn is going to have to spend the next couple of days living off vending-machine food and making conversation with a boy who clearly wants nothing to do with her. Except there is more to Dax than meets the eye. As he and Autumn at first grudgingly, and then not so grudgingly, open up to each other, Autumn is struck by their surprising connection. But can their feelings for each other survive once the weekend is over and Autumn’s old life, and old love interest, threaten to pull her from Dax’s side?


 Kasie West ist immer ein Garant für eine schnelle, schöne und fluffige Lektüre im Bereich Young Adult. Ihre auf Deutsch erschienen Contemporarys habe ich schon alle inhaliert und für sehr gut befunden. Entsprechend groß waren auch die Erwartungen an By your side. 

Umso unerwarteter war es, dass ich anfangs nicht so richtig in das Buch reinkam. Ich habe die ersten dreißig Seiten gelesen und war irgendwie nicht gefesselt genug, um weiterzulesen. Deshalb lag das Buch noch eine gute Woche angefangen auf dem Nachttisch rum, bis ich mir endlich ein Herz fasste und es weiterlas. Und auch, wenn die Geschichte sich anfangs noch ein paar Seiten gezogen hat, merkte ich trotzdem recht schnell, dass wieder diese bekannte Sogwirkung entsteht und die Seiten total schnell dahinfliegen. Deshalb blieb ich am Ball und das war auch gut so, denn als ich mich erstmal in die Geschichte eingefunden hatte, war sie ziemlich schön. 

Autumn ist die Protagonistin der Geschichte, die gemeinsam mit ihrem Mitschüler Dax in der Bibliothek eingeschlossen wird. Und das nicht nur für eine Nacht, sondern für ein ganzes Wochenende. Notgedrungen müssen die beiden zusammenhalten, auch wenn sie anfangs einige Vorurteile einander gegenüber haben.  
Dax ist ein Einzelgänger, der nicht gerne über sich redet und sich allein durchschlägt. Er lebt bei Pflegeeltern, die ihn nur als Vorwand für Kohle benutzen, und hat niemanden, dem er vertrauen kann.  
Autumn möchte, dass jeder sie mag und sie vergisst dabei manchmal, an sich selbst zu denken. Außerdem hat sie manchmal Panikattacken, wenn sie in einer Situation ist, in der sie sich nicht wohlfühlt.

Eigentlich hatte sie dieses Wochenende mit ihren Freunden auf einer Berghütte verbringen wollen, doch die merkten zu spät, dass Autumn fehlte. Noch bevor sie auf der Hütte ankommen, hat Jeff, der Kerl, in den Autumn ein kleines bisschen verliebt ist, einen Autounfall und muss ins Krankenhaus. 

Die Szenen in der Bibliothek waren ganz nett. Dax und Autumn vertreiben sich die Zeit mit Spielen und versuchen dabei, nicht zu erfrieren oder zu verhungern. Und außerdem müssen sie erstmal miteinander klarkommen. Anfangs dachte ich allerdings auch noch häufig, dass Dax ein ziemlicher Arsch ist. Also im unfreundlichen Sinne. 

Die Beziehung, die sich zwischen Autumn und Dax entwickelt, ist sehr angenehm, weil sie nicht unnötig verkompliziert wird. Es gibt keine nervigen Missverständnisse, die einen von beiden dazu verleiten, anzunehmen, dass der andere ihn nicht will oder so. Stattdessen verbringen die beiden nach der Bibliothek einfach ab und zu Zeit miteinander und kommen sich so näher - angenehm. 

Die Geschichte war wie gesagt sehr schön und schnell zu lesen und hatte das typische Kasie-West-Feeling. Allerdings muss ich sagen, dass mir viele Themen zu kurz angesprochen wurden. Beispielsweise die Anxiety von Autumn oder auch die Beziehung zwischen Dax und seiner Mom, die ihn verlassen hat. Auch gegen Ende wirkten mir einige Dinge zu überstürzt und ich hätte mir noch mehr Szenen gewünscht, in denen Dinge angedeutet und entwickelt hätten werden können. Das hat mein Lesevergnügen insgesamt nicht gestört, allerdings fehlt dem Buch dadurch ein bisschen an Tiefe. 

 Ich merke selbst, dass ich gerade ziemlich viele negative Punkte über das Buch aufgezählt habe, aber das ist eigentlich gar nicht mein Gesamteindruck. Vielmehr habe ich die Lesestunden genossen, die ich mit Autumn und Dax verbringen konnte und die Beziehung, die sich zwischen den beiden aufbaut, gemocht. Wer gerne fluffig Contemporarys liest, ist mit diesem Buch auf jeden Fall an der richtigen Adresse.  
4,5/6

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